Erbfall: Ablauf eines Erbfalles

Beschreibung

Der Erbgang wird mit dem Tode des Erblassers an seinem letzten Wohnsitz eröffnet.

Erbengemeinschaft
Mit dem Tod des Erblassers bilden die Erben von Gesetzes wegen eine Erbengemeinschaft, auf welche alle Nachlassgegenstände (Aktiven) und Schulden (Passiven) des Erblassers von Gesetzes wegen im Zeitpunkt des Todes übergehen. Die Nachlassgegenstände stehen im Gesamteigentum der Erben, so dass diese darüber nur einstimmig verfügen können. Für die Schulden haften die Erben solidarisch, d.h. der Gläubiger kann von jedem einzelnen Erben die volle Schuld fordern. Die Erben verwalten gemeinsam (einstimmig) den Nachlass und bezahlen die Schulden (z.B. Begräbniskosten etc.). Sie können auch einen privaten Erbenvertreter (aus ihrer Mitte oder eine externe Person) bezeichnen, dem sie eine Vollmacht für gewisse Aufträge erteilen. Sind sie sich über die Nachlassverwaltung uneinig, können sie beim Erbschaftsamt auch die Einsetzung eines behördlichen Erbenvertreters verlangen (Art. 602 Abs. 3 ZGB).

Erbenermittlung
Durch die Erbenermittlung ist die Frage der Erbschaftsberufung im einzelnen zu klären. Ohne anderwertige letztwillige Verfügung von Todes wegen kommen die gesetzlichen Erben zum Zuge. Die gesetzlichen Erben sind auch deshalb zu ermitteln, weil ihnen im Falle der Änderung der gesetzlichen Erbfolge das Recht zusteht, die Verfügungen des Erblassers anzufechten. Die gesetzlichen Erben ergeben sich aus dem Stammbaum, der sich aufgrund zivilstandsamtlicher Ausweise oder anderweitiger Urkunden erstellen lässt.

Der Kreis der gesetzlichen Erben kann durch letztwillige Verfügung des Erblassers eingeschränkt oder es können einzelne Erben ausgeschlossen werden.

Inventaraufnahme
Die Kontaktperson wird vom Erbschaftsamt aufgefordert, alle Aktiven und Passiven des Erblassers bekannt zu geben. Die Inventaraufnahme bezweckt die Feststellung der zur Erbschaft gehörenden Sach- und Kapitalwerte.

Inventarisation
Das Erbschaftsamt führt in fast jedem Todesfall eine Inventarisation durch. Hierzu lädt das Erbschaftsamt den Erbenvertreter zur Inventaraufnahme ein. Vor Aufnahme des Inventars dürfen die Hinterbliebenen nicht über die Vermögenswerte verfügen; dies betrifft auch Tresorfächer bei Banken. Für weitere Auskünfte und Fragen im Zusammenhang mit dem Nachlass des Erblassers stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Testamentseröffnung
Hinterlässt der Erblasser eine letztwillige Verfügung oder einen Erbvertrag, so werden diese innert Monatsfrist eröffnet. Alle an der Erbschaft Beteiligten erhalten eine Kopie der eröffneten Verfügungen
.
Wichtig: Jedermann, der eine letztwillige Verfügung in Verwahrung genommen oder unter den Sachen des Verstorbenen vorgefunden hat, ist bei persönlicher Verantwortlichkeit verpflichtet, diese unverzüglich dem Erbschaftsamt einzureichen, sobald er vom Tode des Erblassers Kenntnis erhalten hat.

Inventar anzeigen/eröffnen
Das Nachlassinventar wird den Erben angezeigt. Sie können sich dann ein Bild über die finanzielle Situation verschaffen.

Annahme / Ausschlagung der Erbschaft
Für allfällige Schulden des Verstorbenen haften die Erben mit ihrem ganzen Vermögen unbeschränkt und solidarisch. Das Gesetz räumt ihnen daher die Möglichkeit ein, die Erbschaft innert drei Monaten auszuschlagen. Damit verlieren sie ihre Erbenstellung und haften nicht für Schulden des Erblassers. Die Ausschlagung ist von den Erben mündlich oder schriftlich zu erklären. Sie muss unbedingt und vorbehaltlos geschehen (Art. 570 ZGB) und soll aber, wenn irgendwie möglich, schriftlich erfolgen.
Zu beachten ist, dass sich der Ausschlagende in keiner Weise in die Angelegenheiten der Erbschaft einmischen darf; tut er es dennoch, kann er die Erbschaft nicht mehr ausschlagen.

Erbteilung
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden kennt als einer der wenigen Kantone die amtliche Erbteilung, das heisst, alle Erbteilungen werden unter Aufsicht und Mitwirkung der Erbteilungsbehörde durchgeführt. Das Erbschaftsamt ist für alle in diesem Zusammenhang vorzunehmenden Arbeiten verantwortlich. In Absprache mit den Erben sind dies:

  • Zuteilung von Wertschriften und Liegenschaften
  • Auflösung aller bestehenden Bankkonti
  • Erledigung aller Steuerschulden und Rückforderung der Verrechnungssteuern
  • Erstellung des Erbteilungsvertrages
  • Vornahme des Inkassos
  • Veranlagung und Einzug der Erbschaftssteuern

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